„Wohnprojekte voranbringen“

24.03.2026

Kreis bringt Kommunen, Fachleute und Land an einen Tisch

Zwei Männer im Porträtfoto

Bezahlbarer Wohnraum stand im Zentrum eines Treffens, zu dem der Main-Taunus-Kreis Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Land ins Landratsamt eingeladen hatte. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, waren dabei nicht nur die Rathausspitzen und kommunale Wohnungsbauförderer vertreten; auch der hessische Wirtschaftsstaatssekretär Umut Sönmez war zu dem Treffen gekommen. Wie Cyriax zusammenfasst, wächst der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter, zugleich entstehen zu wenig geförderte Wohnungen. Deshalb sollte das Land seine Förderprinzipien überarbeiten und im Ergebnis mehr geförderten Wohnungsbau im Kreis ermöglichen. Ohne staatliche Wohnraumförderung liege die Marktpreismiete bei 19 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Grund dafür seien unter anderem sehr hohe Baustandards und Grundstückspreise.

„Bezahlbarer Wohnraum ist ein wichtiger Standortfaktor für unsere Städte und Gemeinden“, so Cyriax. Der Druck auf den Wohnungsmarkt habe sich in den vergangenen Jahren auch wegen der vom Land in bevölkerungsreiche Regionen zugewiesene Flüchtlinge und ohnehin schon belastete Wohnungsmärkte weiter verstärkt. Es sei notwendig, dass das Land einen angemessenen Beitrag leiste, um geförderten Wohnraum im Kreis zu unterstützen.

„Das Land sollte seine Förderprinzipien so überarbeiten, dass auch Regionen wie der Main-Taunus-Kreis anteilig und damit fair berücksichtigt werden“, so der Landrat weiter. Einen Grundbedarf gebe es in allen hessischen Regionen. „Unter anderem richtet das Land derzeit seine Förderprinzipien auf Hochschulstandorte und ländlichen Raum aus – dadurch aber fällt der Main-Taunus-Kreis faktisch aus dem Raster.“

Die kommunale Familie im MTK und Wohnungsbauunternehmen stünden bereit, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das Land aber habe im Jahr 2024 nur 8 Wohnungen bewilligt, 2025 in der ersten Tranche 13. In der zweiten Tranche habe es trotz 236 beantragter Wohnungen keine Neubauförderung gegeben, unterstreicht Cyriax: „Das zeigt: Der Bedarf ist da, ebenso die Projekte – doch die Förderung erreicht uns zu selten.“

Wie bei dem Runden Tisch deutlich wurde, sank die Zahl der Sozialwohnungen im Main-Taunus-Kreis von 5944 im Jahr 2004 auf 2990 Anfang 2026. Im laufenden Jahr kommen zwar 151 Wohnungen neu hinzu, zugleich fallen aber 95 aus der Sozialbindung, sind also nicht mehr ausschließlich als Sozialwohnungen vorgesehen. Unter dem Strich wächst der Bestand damit nur um 56 Wohnungen. Auf Basis von hessenweiten Zahlen des Pestel-Instituts hat der Kreis errechnet, dass hier rund 3200 zusätzliche geförderte Wohnungen fehlen.

"Das Land Hessen treibt den Wohnungsbau konsequent voran – mit einem klaren Dreiklang aus beschleunigten Verfahren, der Aktivierung bestehender Potenziale und gezielten Investitionen sowie Förderung“, so Staatssekretär Sönmez. „Mit der Reform der Hessischen Bauordnung haben wir Planungs- und Genehmigungsprozesse spürbar gestrafft und bürokratische Hürden reduziert. Zugleich erleichtern wir die Nutzung von Leerständen und die Umnutzung bestehender Gebäude, um vorhandenen Raum schneller wieder dem Wohnungsmarkt zuzuführen. Mit rund 1,27 Milliarden Euro in den Jahren 2024 und 2025 investieren wir zudem so viel wie nie zuvor in den sozialen Wohnungsbau. Mit dem Hessengeld fördern wir zudem die Menschen, die ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen wollen.“

Der Kreis sehe sich als Unterstützer und Vermittler der Kommunen, erläutert Cyriax. Er wolle Informationen bündeln, Hürden sichtbar machen und den Austausch mit dem Land anstoßen. Die Teilnahme von Sönmez wertet der Landrat als Signal, dass das Land zum Gespräch bereit sei. Er sei dankbar, dass Sönmez die Anregungen aufgenommen habe und nach Wiesbaden ins Ministerium mitnehme.

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