Engagement und Hilfe

einen Mann, der mit mehreren Flüchtlingen das Kajakfahren übt.

Flüchtlinge werden vom Main-Taunus-Kreis versorgt und von dessen Sozialarbeiterinnen und Sachbearbeiter betreut. Sie werden dabei von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in der jeweiligen Kommune unterstützt. An mehreren Orten haben sich Kreise von Ehrenamtlichen gebildet, die den Flüchtlingen helfen sich zurechtzufinden, sie in allerlei Fragen unterstützen und auch gesellige Treffen organisieren.

Mit diesen Initiativen steht der Main-Taunus-Kreis in engem Kontakt. Basierend auf dem WIR-Programm, will der MTK mit weiteren Angeboten und Initiativen einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten.

 

Ehrenamtliche können wertvolle Dienste leisten, wenn sie die Flüchtlinge in das Leben in Deutschland einführen und ihnen möglichst viel erklären; Entscheidungen treffen sollten die Flüchtlinge aber selbst. Je eigenständiger sie handeln, desto schneller können sie auch integriert werden. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist das Prinzip.

Die Herausforderung, Flüchtlinge zu betreuen, konnte der Kreis bisher mit massiver Unterstützung der Ehrenamtlichen leisten. Dafür danken wir allen, die sich auf verschiedenste Weise engagieren.

Wichtige Informationen und Anregungen für die Flüchtlingsarbeit gibt eine Broschüre des Main-Taunus-Kreises:

Broschüre Integration - Information für Ehrenamtliche in der Asylbetreuung (1607.85 KB)

Einen weiteren Leitfaden hat das Land Hessen veröffentlicht. Während die MTK-Broschüre detaillierte Angaben zu den Bedingungen im Main-Taunus-Kreis enthält, werden hier allgemeinere Informationen gegeben.

Wegweiser für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe (3017.08 KB)

Welche Kosten für eine Wohnung werden vom Jobcenter (SGB II) beim Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft als angemessen anerkannt?

 
Anzahl der Personen Angemessene Wohnungsgröße Angemessener Mietpreis / qm Maximal angemessene Kosten der Unterkunft

1

50 qm

8,00 € / qm

400,00 €

2

60 qm

7,50 € / qm

450,00 €

3

75 qm

7,50 € / qm

562,50 €

4

87 qm

7,50 € / qm

652,50 €

5

99 qm

7,50 € / qm

742,50 €

6

111 qm

7,50 € / qm

832,50 €

Welche medizinische Versorgung erhalten Asylbewerber?

Asylbewerber erhalten quartalsweise automatisch Krankenscheine. Sie ersetzen die Krankenversicherungskarte.

Bei zusätzlichen Heil- und Hilfsmitteln, einem Krankenhausaufenthalt oder besonderer zahnärztliche Versorgung muss der behandelnde Arzt einen Heil- und Kostenplan oder eine Verordnung ausstellen. Die Übernahme dieser Kosten muss bereits vor der Behandlung beim Main-Taunus-Kreis beantragt werden. Dazu wird ein Antrag beim Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung gestellt, der dann zur Stellungnahme an das Gesundheitsamt geht. Stimmt das Gesundheitsamt zu, erhält der Antragsteller vom Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung eine schriftliche Zusage.

Dürfen Asylbewerber sich frei bewegen?

Asylbewerber in Hessen dürfen sich die ersten drei Monate nach Asylantragstellung nur vorübergehend andernorts im Bundesland aufhalten. Sie müssen alle Abwesenheitszeiten mit ihren Sozialarbeitern absprechen. Sind sie mehr als zwei Wochen lang ohne Ankündigung abwesend, kann der Kreis Unterstützungsleistungen vorläufig einstellen und den Asylbewerber beim Einwohnermeldeamt abmelden.

Rückkehrberatung für Flüchtlinge im Landratsamt. Was bedeutet das?

Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Darmstadt beraten Flüchtlinge, deren Asylverfahren abgelehnt wurde oder die nur noch eine Duldung besitzen. Die Beratung findet mittwochs von 08 bis 12 Uhr statt und steht jedem Flüchtling offen. Die Berater stellen die Vorteile einer freiwilligen Rückkehr gegenüber einer Abschiebung dar (z.B. staatliche Hilfen, frühere Rückreise nach Deutschland). Bei der Beratung sind immer Übersetzer für Pakistanisch und Afghanisch dabei. Eine Teilnahme oder eine Ablehnung der Beratung hat keinen Einfluss auf ein laufendes Asyl- oder Gerichtsverfahren.

Was ändert sich mit der Anerkennung des Asylantrags?

Unterkunft: Die Asylberechtigten haben keinen Anspruch mehr auf einen Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft. Sie werden zum Auszug aufgefordert und müssen sich um eine eigene Wohnung bemühen.

Unterstützungsleistungen: Der Anspruch auf Unterstützung nach dem AsylbLG erlischt. Es kann ein Antrag auf Leistungen nach SGB II (bei erwerbsfähigen Personen) oder SGB XII (bei erwerbsunfähigen Personen) gestellt werden.

Arbeit gefunden! Was nun?

Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung:

Es muss eine Arbeitserlaubnis beim Ausländeramt eingeholt werden. Bei einem Aufenthalt zwischen drei und 15 Monaten in Deutschland ist eine zusätzlich Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit notwendig. Die Zustimmung wird durch die Mitarbeiter des Ausländeramtes eingeholt.

Nach Genehmigung durch das Ausländeramt und Unterzeichnung des Arbeitsvertrages ist dieser bei der Leistungsabteilung (Leitungen nach dem AsylbLG) einzureichen, damit der neue Leistungsanspruch geprüft werden kann.

Personen mit Asylberechtigung, Flüchtlingsschutz, subsidiärer Schutz:

Anerkannte Asylbewerberinnen und -bewerber, die vom Bundesamt einen positiven Bescheid erhalten haben, dürfen grundsätzlich uneingeschränkt als Beschäftigte arbeiten und auch einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen.

Wichtig: Bei Leistungsbezug nach dem SGB II (Jobcenter) ist der Arbeitsvertrag auch hier einzureichen, damit die Leistungen neu berechnet werden können.

Ausführliche Informationen: http://www.bamf.de/DE/Infothek/FragenAntworten/ZugangArbeitFluechtlinge/zugang-arbeit-fluechtlinge-node.html

Welche Pässe müssen beantragt werden?

Asylberechtigter: Aufenthaltserlaubnis nach § 25 (1) AufenthG, Reiseausweis für Flüchtlinge (damit sind keine Reisen ins Herkunftsland möglich)

Flüchtling: Aufenthaltserlaubnis nach § 25 (2) S. 1 AufenthG, Reiseausweis für Flüchtlinge für drei Jahre (damit sind keine Reisen ins Herkunftsland möglich)

Subsidiär Schutzberechtigter: Aufenthaltserlaubnis nach § 25 (2) S. 2 AufenthG für ein Jahr, für Reisen muss ein Nationalpass beschafft werden. Ein Reiseausweis wird nur ausgestellt, wenn es unmöglich ist, diesen Nationalpass zu beschaffen.  In Syrien und Somalia ist es nicht möglich, einen Nationalpass zu beschaffen. Personen mit diesen Staatsangehörigkeiten müssen aktuell keine Nachweise erbringen.

Personen mit Abschiebungshindernis: Aufenthaltserlaubnis nach § 25 (3) AufenthG; sie erhalten keinen Reiseausweis, sie müssen einen Nationalpass beschaffen.

Wer hat Anspruch auf Familiennachzug?

Ein Flüchtling (§ 25 (2) S. 1 AufenthG) und ein Asylberechtigter (§ 25 (1) AufenthG) dürfen die Kernfamilie nachziehen lassen, d. h. einen Ehegatten und seine minderjährigen Kinder. Das Verwandtschaftsverhältnis muss nachgewiesen werden. Ab drei Monaten nach der Anerkennung muss ausreichender Wohnraum und Lebensunterhalt nachgewiesen werden. Vorher ist dieser Nachweis nicht notwendig.

Wo finde ich Beratung bei Radikalisierung?

Wie gehen ehrenamtliche Helfer mit Traumata bei Flüchtlingen um?

Viele Flüchtlinge sind von ihren Erlebnissen traumatisiert. Für Helfer ist es eine große Herausforderung, mit diesen Belastungen umzugehen. Informationen dazu, wie sie sich dabei verhalten sollten, gibt es in dieser Broschüre:

http://www.bptk.de/publikationen/bptk-infomaterial.html