Corona-Eindämmung im MTK

15.03.2020

Zugangskontrolle bei zentraler Teststelle – Voraussetzungen für Schulkindbetreuung

grafische Darstellung eines Virus vor grünem Hintergrund

Über das Wochenende sind im Main-Taunus-Kreis zahlreiche Beschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus‘ in Kraft getreten. Wie Landrat Michael Cyriax und Kreisbeigeordnete Madlen Overdick mitteilen, hat der Verwaltungsstab auch am Samstag und Sonntag getagt und Maßnahmen festgelegt. Im Fokus stehe dabei die so genannte Abstrichambulanz, bei der Proben bei Corona-Verdachtsfällen genommen werden.

Ab sofort werden demnach an der zentralen Abstrichstelle im Main-Taunus-Kreis nur noch Proben von Bürgern genommen, die bereits Krankheitssymptome haben. Geschultes Personal kontrolliert den Zugang. Anders sei der Andrang nicht mehr zu bewältigen, so Cyriax. Die Ressourcen seien begrenzt, jetzt müsse alle Kraft darauf verwendet werden, denen zu helfen, die es besonders nötig haben: „Es geht hier nicht nur um Corona-Tests. Diese Stunde ist auch ein Test, wie gut unsere Gesellschaft in einer herausfordernden Lage zusammenhält, inwieweit wir aufeinander Rücksicht nehmen und inwieweit wir als Einzelne auch einen Beitrag zur Sicherheit aller leisten können.“

Im Kreis sind bislang 14 Corona-Fälle offiziell bestätigt. Dem Gesundheitsamt zufolge kommen die Patienten aus Hofheim, Kriftel, Eschborn, Kelkheim, Bad Soden, Sulzbach und Hattersheim. Die tatsächliche Zahl liegt aber nach Angaben von Overdick vermutlich höher, da die auswärtigen Labors derzeit einen großen Andrang haben und die Ergebnisse erst in einigen Tagen vorliegen dürften. „Jeder, der Erkältungserscheinungen hat und sie zu Hause auskurieren kann, sollte in seiner Wohnung bleiben und Kontakt zu anderen Personen vermeiden“, rät Overdick. „Ich bitte alle um Verständnis für diese besondere Situation. Es geht hier um Solidarität mit den gefährdeten Personengruppen.“

Regulärer Unterricht findet vom morgigen Montag an auch an den Schulen des Main-Taunus-Kreises bis zum Ende der Osterferien nicht mehr statt. An den Schulen können aber diejenigen Kinder betreut werden, deren Eltern in die vom Land aufgestellte Liste mit Berufen aus dem Bereich Sicherheit, Medizin, Pflege und Justiz fallen. Im Rahmen der Schulkindbetreuung würden ebenfalls nur Kinder betreut, auf die diese Bedingungen zutreffen. Die Liste der Berufe steht im Internet auf der Seite des Hessischen Sozialministeriums unter www.soziales.hessen.de.

Nach einem Erlass des Landes sind ab sofort öffentliche Veranstaltungen bereits ab hundert Teilnehmern verboten. Zudem werden die Schulturnhallen auch für den Vereinssport geschlossen. Im Landratsamt und seinen Außenstellen wird nur noch eine bestimmte Anzahl von Besuchern gleichzeitig ins Haus gelassen. Um nicht vergebens zur Verwaltung zu fahren, sollten Besucher vorher anrufen und einen Termin vereinbaren, empfiehlt Cyriax: „Am besten kommen nur diejenigen aufs Amt, deren Angelegenheit nicht aufgeschoben werden kann und die dafür persönlich in der Behörde erscheinen müssen.“ Telefon, E-Mail und Online-Formulare stünden weiterhin zur Verfügung.

Nach Angaben von Cyriax werden sich viele praktische Fragen aber erst in den nächsten Tagen klären lassen, einiges davon hänge zum Beispiel von Entscheidungen des Landes Hessen ab: „Die Dinge sind im Fluss, das Ganze ist eine Operation am offenen Herzen.“

Informationen zur Corona-Lage im Main-Taunus-Kreis gibt es hier. Aktuelle Entwicklungen werden auch verbreitet über die MTK-App. Sie ist erhältlich in den einschlägigen App-Stores.

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