„Tiere brauchen jetzt Ruhe“
11.02.2026
Brut- und Setzzeit: Main-Taunus-Kreis informiert über richtiges Verhalten
Die Brut- und Setzzeit dauert von März bis Ende September; in dieser Phase ziehen viele Wildtiere ihren Nachwuchs groß und reagieren besonders empfindlich, wenn sie gestört werden. Darauf weist Erste Kreisbeigeordnete Madlen Overdick hin. Sie appelliert an Spaziergängerinnen und Spaziergänger, Rücksicht zu nehmen: „Durch umsichtiges Verhalten lassen sich Jungtiere besser schützen“. Gerade in der Brut- und Setzzeit sei das ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz.
In den kommenden Monaten sollten Spaziergänger besonders aufmerksam sein. Hunde sollten nicht abseits der Wege über Wiesen, Felder oder durch Gebüsch laufen. Gerade auf Äckern können Hunde Gelege von Bodenbrütern wie Feldlerche oder Rebhuhn leicht zerstören. Wer landwirtschaftliche Flächen betritt, stört brütende Tiere und kann frisch eingesäte Kulturen beschädigen.
Schnuppern Hunde an Jungtieren wie Rehkitzen, kann es passieren, dass die Muttertiere ihren Nachwuchs anschließend nicht mehr annehmen. Zudem kann aufgescheuchtes Wild auf Straßen flüchten und Verkehrsunfälle auslösen. In Naturschutzgebieten müssen Besucher grundsätzlich auf den Wegen bleiben; Hunde müssen dort angeleint sein. Wer sich nicht daran hält, muss mit Bußgeldern rechnen. Zusätzlich haben einige Kommunen eigene Regeln zur Leinenpflicht erlassen; darüber informieren die jeweiligen Ordnungsämter.
Auch wer sich im Grünen aufhält, sollte Rücksicht nehmen und Abfälle einpacken. „Wer Müll liegen lässt, beeinträchtigt nicht nur das Landschaftsbild, sondern kann Tiere wie Füchse oder Igel verletzen“, so Overdick.
Der Veterinärdezernent, Kreisbeigeordneter Axel Fink, weist darauf hin, dass der Kreis weiterhin zu den Sperrzonen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) gehört. Deshalb gelten besondere Regeln. Bei Aktivitäten im Freien sollten alle darauf achten, Wildschweine nicht aufzuscheuchen. Die ASP sei für Wild- und Hausschweine eine ernste Gefahr – und damit auch für Betriebe in der Region: „Seit Sommer 2024 haben alle gemeinsam verhindert, dass sich die ASP bei uns ausbreitet. Daran sollten alle weiter mitwirken – für die Landwirtschaft und die Jagd.“
Während der Brutzeit darf man Gehölze nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zurückschneiden oder Bäume fällen. Wer solche Arbeiten plant, muss sie vorher mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises abstimmen. „Wer umsichtig handelt, hilft, Lebensräume zu erhalten“, so die Umweltdezernentin.